Neue
Westfälische, Nr. 124
29.05.2000
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Auf dem
Weg in die Informationsgesellschaft
Tagung
zur Kooperation von Uni und Wirtschaft
Von Andrea Kalesse
Bielefeld. Die Universität
Bielefeld packt das Thema Zukunft an. Partnerschaften zwischen Hochschulen und
Unternehmen werden wegen der zunehmenden Globalisierung immer wichtiger. Darüber
diskutierten rund 110 Professoren, Studenten und Vertreter aus der Wirtschaft
und Ministerien bei der Tagung "Hochschulen im Anwendungskontext" im
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZIF).
Die Universität Bielefeld
geht mit gutem Beispiel voran. So gibt es verschieden Pilotprojekte, die die
universitäre Ausbildung mit dem Markt verknüpfen. Die "Institut für
Innovationstransfer (IIT)"-GmbH an der Hochschule ermöglicht es
beispielsweise eine Kooperation von Lehre und Wirtschaft auf privatrechtlicher
Basis. Beim "Inkubator-Projekt", das sowohl vom Ministerium für
Schule, Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung (MSWWF) des Landes NRW als
auch von den Banken gefördert wird, werden Firmengründungen unterstützt.
So kann eine neue, in der
Hochschule geborene Geschäftsidee praktisch am Markt getestet werden. Durch die
Beratung und die geschützte Umgebung auf Zeit hat ein solcher Betrieb später
gute Chancen am Markt. "Erst jüngst gründete sich von der Bielefelder
Hochschule aus eine Aktiengesellschaft mit sieben Mitarbeitern", berichtete
der Universitätbeauftragte für
Transfer, Burckhard Kaddatz. Insgesamt entstanden rund 80 neue Unternehmen.
"Die Existenzgründungen aus den Universitäten heraus haben große
Bedeutung für das Land", erklärte Hartmut Pausewang vom MSWWF. Durch ein
weiteres Programm des Landes, PFAU, wurden in den letzten zwei Jahren bereits
100 Neugründungen auf den Weg geholfen.
Aber auch Patente
sind marktfähige Güter. Das erkennen zunehmend sowohl Professoren als auch
Regierungen. So berät die Bielefelder "Patentschmiede" Studenten und
Mitarbeiter bei der Sicherung ihrer Entwicklungsideen. Durch das landesweite
SAFE-Projekt, ein Patentierungs- und Verwertungsprogramm, wurden in den letzten
beiden Jahren bereits 85 Erfinder bis zu 43.000 Mark unterstützt, davon allein
sechs in Bielefeld. "Um die kommerzielle Auswertung des Wissens zu fördern,
muss ein Umdenken in den Köpfen stattfinden", sagte Prof. Dr. Wolfgang
Krohn von der Universität Bielefeld. Das bedeute auch eine neue Aufgabe für
die Hochschulleitung. So soll den Studenten durch die Integration der
wirtschaftlichen Gesichtspunkte fächerübergreifend die Angst vor der Selbständigkeit
genommen werden.