Bielefelder Universitätszeitung, Nr. 205/2001, S. 44

29.03.2001

Patent- und Innovations-Centrum: Hilfe und Recherche für Hochschulen und Wirtschaft 

Von Martina Bauer

Bielefeld. Gehandelt wird stets im Sinne des Erfinders: Das Patent- und Innovations-Centrum (PIC) Bielefeld e.V. ist professionelle Anlaufstelle für Industrie und Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschule, private Entdecker und Tüftler, wenn es um Informationen und Recherchen zu Patenten, Marken, Gebrauchs- und Geschmacksmuster geht. Seit zehn Jahren bietet die Bielefelder Institution an der Nikolaus-Dürkopp-Straße 11 ihre Dienste an. 

Unter Federführung des Amtes für Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderung (heute WEGE) gründeten Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Universität und Fachhochschule Bielefeld sowie die Bertelsmann AG und die damalige Nixdorf AG daraufhin im März 1989 das Patent- und Innovations-Centrum (PIC). Die Zielsetzung: Als "Infrastruktureinrichtung für die Region Ostwestfalen-Lippe" sollte der Verein Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und anderen Nutzergruppen gezielt "Patent- und Innovations-Informationen" zur Verfügung stellen. 1990 nahm das PIC offiziell seine Arbeit im Zwei-Türme-Haus an der Nikolaus-Dürkopp-Straße auf. 

Heute gehören dem Verein 18 Unternehmen, Hochschulen, Verbände und Institutionen aus Ostwestfalen-Lippe an. Unter den bundesweit 25 Patentinformationszentren, die überwiegend an Hochschulen angesiedelt sind, ist das Bielefelder Dienstleistungsunternehmen in punkto Trägerschaft und Organisationsform als selbstständige und unabhängige Einrichtung einzigartig. Vom Umsatz her ist es mittlerweile der bei weitem größte Standort in Nordrhein-Westfalen: Die Einnahmen haben sich binnen zehn Jahren von 38.000 Mark (Geschäftsjahr 1990) auf 525.000 Mark (1999) verzwölffacht. 

Während die Dienstleistungen früher überwiegend von Studierenden, Hochschulangehörigen und freien Erfindern in Anspruch genommen wurden und sich das Einzugsgebiet auf Bielefeld und seine nähere Umgebung begrenzte, ist heute die wichtigste Nutzergruppe mit 90prozentigem Umsatzanteil die regionale Wirtschaft. Eine der bekanntesten vor der Patentierung betreuten Neuentwicklungen stammt vom Inhaber des Bielefelder Unternehmens Flexlift Hubgeräte, Diplom-Ingenieur Gotthard Heide - er erfand 1996 die Scheibenbremse für Inlineskater. "Der überwiegende Teil der Erfindungen wird in Unternehmen gemacht, nicht von freien Erfindern", erläutert Ulrike Rosendahl. 

Das PIC hat per Datenbank oder CD-Rom Zugriff auf eine riesige Sammlung an Patentdokumenten aus Deutschland, Europa, den USA und Japan und stellt darüber hinaus Informationen zu allen anderen gewerblichen Schutzrechten - Marken, Gebrauchs- und Geschmacksmuster - zur Verfügung. Zum einen kann das wöchentlich aktualisierte Archiv von Kunden für Eigenrecherchen genutzt werden, zum anderen führt das Dienstleistungszentrum Auftragsrecherchen durch, bietet in Kooperation mit Patentanwälten eine Erfinderberatung sowie erste Hilfestellung bei der Anmeldung an.

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