Neue Westfälische

30.10.2001

Erfinder fit für Patente machen

Patent- und Verwertungstag in der FH gut besucht

 

Bielefeld-Mitte (syl). Unter dem Motto „Fit für Patente“ führten die Fachhochschulen Bielefeld und Lippe sowie die Universität erstmals einen gemeinsamen Patent- und Verwertungstag durch. „Die Resonanz war erstaunlich groß“, freute sich Anette Traude, die in der Uni für die Kontakte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zuständig ist. 

Erstaunt war die wissenschaftliche Mitarbeiterin darüber, dass das Publikum zur Hälfte aus Frauen bestand. Ob Studentin oder Professorin – den Vorträgen zu den Themen: „Eckpfeiler des Patentwesens“, „Einführung in die Beschaffung von Patent- und Markeninformationen“ oder „Marken- und urheberrechtliche Fragen im Internet“ lauschten im Durchschnitt 50 Zuhörer und Zuhörerinnen.  

Dabei ging es keineswegs nur um trockene Theorie. Am Beispiel der Schüttelfördertechnik zeigte Professor Heinrich Kühlert von der Fachhochschule Bielefeld den Weg von der Idee zum Produkt auf. Dabei schränkte er gleich ein: „Der wirtschaftliche Vorteil bei der Anmeldung eines Patents ist selten. Wer denkt, er sei sofort ein reicher Mann, irrt sich meistens.“ Am Anfang stehe die umfangreiche Recherche. Man müsse genau wissen, was bereits patentiert sei. Dabei solle man aber nicht vergessen, dass der Erfinder, nicht der Patentanwalt der Fachmann sei.  

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung mehr Patentwissen in die Hochschulen bringen“, erläutert Anette Traude. Ziel sei ein Netzwerk aufzubauen, um das wissenschaftliche Wissen stärker wirtschaftlich verwerten zu können. 

„Wir wollen Kräfte bündeln, damit mehr Patente angemeldet werden“, sagt die Diplom-Soziologin. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung fördert diese Initiative. „Forschungsgruppen und Einzelerfinder erhalten Unterstützung“, versichert Traude. Parallel zur Veranstaltung fand eine Patentanwaltssprechstunde statt.

Am 15. November wird der zweite Patent- und Verwertungstag in der Universität durchgeführt. Anmeldung unter Telefon 106-3964 oder E-Mail: anette.traude@uni-bielefeld.de