Bielefelder Universitätszeitung, Nr. 208/2001

27.11.2001

OWL Innovationspreis "Marktvisionen" / Vier Preisträger

Preis für Plasmid-Factory: Spin-off aus der Universität

 

(BUZ) Der von der OstWestfalenLippe Marketing GmbH ausgeschriebene OWL Innovationspreis "Marktvisionen" geht in diesem Jahr an die Schüco International KG (Bielefeld) und das von der Siemens AG sowie der Universität Paderborn getragene C-LAB (Paderborn). Zudem zeichnete die Jury zwei junge Unternehmen (start-ups) mit Sonderpreisen aus: die Firma Eisedicht mit Sitz im lippischen Extertal und die Plasmid-Factory GmbH & Co. KG (Bielefeld) für ein in Zusammenarbeit mit der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld entwickeltes und bereits mehrfach erfoglreich für die Arzneimittelforschung eingesetztes neues Analyseverfahren von "Plasmid-DNA-Wirkstoffen".

Insgesamt hatten sich 50 Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe mit 55 Produkten und Prozessen um den Preis beworben. Die Qualität der Innovationen unterstreicht nach Einschätzung von Jurysprecher Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, das hohe kreative Potential in den Unternehmen in OWL. Für die OWL Marketing GmbH hob Geschäftsführer Herbert Weber hervor, dass der Wettbewerb als ein wichtiges Instrument im Regionalmarketing für Ostwestfalen-Lippe (OWL) "die Innovationskraft der Unternehmen in OWL hervorragend abbildet und damit zur Imageprofilierung der Region beiträgt".

Der Innovationspreis ist mit insgesamt 30 000 Mark dotiert. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb alle zwei Jahre von der OWL Marketing GmbH. Kooperationspartner sind die Industrie- und Handelskammern und die Hochschulen der Region.

Nach Einschätzung der Jury stellt Plasmid-Factory einen besonders gelungenen Spin-off aus dem Hochschulbereich dar. In der Sonderkategorie der "start-ups" erhielt das aus der Universität Bielefeld hervorgegangene junge Unternehmen den Innovationspreis für ihr Analyse-Verfahren von "Plasmid-DNA-Wirkstoffen". Mitgründer des Unternehmens ist Professor Erwin Flaschel von der Technischen Fakultät. Plasmid-DNA wird insbesondere für die Herstellung einer neuen Generation von Impfstoffen benötigt, die sich Erkenntnisse der Gentechnologie zu Eigen machen. Die von Plasmid-Factory entwickelte "Kapillargelelektrophorese" ist nach Unternehmensangaben der erste zuverlässige Qualitätstest zur Prozessanalyse und Endkontrolle von Plasmidstrukturen. Zudem kann die Methode auch zur Reinigung von Plasmiden eingesetzt werden oder Erkenntnisse über Lagerung und Haltbarkeit von DNA-Wirkstoffen liefern. Die neu entwickelte Technologie zur Quantifizierung und Charakterisierung von Plasmid-Topologie-Varianten biete, so die Jury, dem jungen Unternehmen auf dem künftigen Markt biotechnologischer DNA-Wirkstoffe (Gentherapeutika, genetische Impfstoffe) hervorragende Perspektiven.

Seit Januar 2001 bietet die Plasmid-Factory ihren Service in Europa und mittlerweile auch in den USA an.

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