Westfalen-Blatt

07.02.2001

Modedesigner Peter Sieb entwirft Dessous

Mit der richtigen Passform den Erfolg fest im Blick

 

Bielefeld (WB). Dessous haben es Peter Sieb angetan. Allerdings nicht so, wie anderen Männern auch: Peter Sieb betrachtet sie mit den Augen des Profis. Denn er ist "BH-Konstrukteur".

Anfang 2000 hat der 34-Jährige an der Fachhochschule Bielefeld das Studium des Modedesigns abgeschlossen - auch damals bereits mit Dessous-Entwürfen. Seine erste Stelle als Modedesigner hat er dann im österreichischen Bregenz angetreten: bei Wolford, einem Unternehmen, das traditionell Strümpfe und Strumpfhosen fertigt, seit einigen Jahren aber auch Bodys und eben Dessous. "In dreieinhalb Monaten habe ich eine 180-teilige Kollektion entworfen", berichtet Sieb. Dann zog es ihn zurück ins Ostwestfälische: Hier will sich Peter Sieb selbständig machen und nach eigenen Entwürfen Dessous produzieren. Beraten wird er bei seiner Existenzgründung von Jürgen Kucharz, Diplom-Kaufmann und bei der Transferstelle der Universität Bielefeld angestellt.

Sieb ist davon überzeugt, dass er auf dem Markt eine Chance hat: "Das Wichtigste ist die Passform. Und ich behaupte, dass ich ein guter BH-Konstrukteur bin", sagt er selbstbewusst. Mut macht ihm, dass nach einer Studie der Textilwirtschaft jede zweite junge Frau mit ihrem Büstenhalter nicht zufrieden ist und dass 80 Prozent auch nicht ihre richtige BH-Größe kennen. "Denn es gibt keine fest definierten Cup-Größen, sie varieren von Hersteller zu Hersteller."

Peter Sieb will sich nicht nur des Problems der nicht perfekt sitzenden Büstenhalter oder Bodys zu angemessenen Preisen annehmen - er hat sich ein Limit von etwa 70 Mark gesetzt -, sondern strebt zugleich ein chices Design an. "Überwiegend machen bei den großen Unternehmen die Schnittmacher und nicht die Designer die Entwürfe - mit Ausnahme von La Perla, die sehr teuer sind", erzählt er und hofft natürlich auf reißenden Absatz.

"Fünf verschiedene Linien soll es geben: basics, puristisch, sportlich, erotisch und luxuriös", erzählt der Designer. 400 Kollektionsteile möchte er erstellen - von BH's über Tops bis zu Bodies und verschiedenen Hosenformen - sechs Kollektionen sollen es pro Jahr sein - "und wenn es gut läuft, acht bis zwölf." Besonders möchte sich der Unternehmensgründer auf Problemgrößen spezialisieren (A- und D-Cup). Nähen lassen will Sieb die Dessous in Bielefeld, verkaufen über ein Ladengeschäft in der City und über Handelsvertreter. In einigen Monaten, hofft er, wird er an den Start gehen.

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