Westfalen-Blatt, Nr. 34

09.02.2001

Bielefelder Ammma-AG bietet Web-Content-Management - 
Findige Pädagogen verlegen Schulunterricht ins Internet

Bielefeld (WB). Die Bielefelder Ammma AG ist jung und setzt bei ihren Produkten auf die junge Generation: Elektronisches Lernen mit CD-Rom und Internet (E-Learning) gehört zu den Geschäftsfeldern des gerade vor einem Jahr gegründeten Unternehmens. Und auch beim Thema Wissensmanagement spielt die Ammma AG schon eine wichtige Rolle.

Am 2. Februar 2000 wurde die Ammma AG (das Kürzel steht für Akademie für Medienpädagogik, Mediendidaktik und Multimedia aus der Universität Bielefeld ausgegründet, nachdem sie bereits 1996 als Profit-Center beim uni-eigenen Institut für Innovationstransfer ins Leben gerufen wurde. Hinter dem Börsenneuling stehen junge Wissenschaftler, aller Sparten. Ob IT-Spezialist, Biologen, Absolventen der Wirtschaftsfakultät oder Geisteswissenschaft - 25 Mann versuchen, ihr Fachwissen auf dem Markt umzusetzen.

Stichwort Wissensmanagement: Dahinter verbirgt sich, dass alle Mitarbeiter eins Unternehmens Informationen in ein firmeneigenes Rechnernetz - ein sogenanntes Intranet - stellen können, und jeder auch auf diese Informationen zurückgreifen kann. Die Ammma AG liefert hierfür die Software. Zu den Kunden, die Ammma bislang akquirieren konnte, gehören die Stadtwerke Bielefeld und die Bodelschwinghschen Anstalten. Allerdings steht bei den Stadtwerken derzeit nur das Konzept; "für die Realisierung suchen wir derzeit noch einen Partner", erklärt Ammma-Vorstandsvorsitzender Volker Wittenbröker.


Auch im Bereich E-Learning setzen die Bielefelder auf Wachstum. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Schroedel-Verlag hat Ammma eine interaktive Software für den schulischen Vor- und Nachmittagsbereich entwickelt. Zurzeit werde das Produkt von dem Hannoveraner Verlag als CD-Rom vertrieben. Geplant ist aber, das Angebot ins Internet zu stellen. Für die Form, Bildungssoftware anzubieten, rechnet Wittenbröker in den kommenden drei Jahren mit einem wachsenden Markt.

Dabei setzt das Unternehmen auf Innovation. Die Lehr-Software wurde in Zusammenarbeit mit Literaturwissenschaftlern als freien Autoren entwickelt. "Die Autoren haben die Texte, zum Beispiel Gedichte ausgewählt. In unserem Programm stellen wir die Texte in unterschiedlichen Leseumgebungen", erläutert Volker Wittenbröker. Die Medienkomepetenz im Deutschunterricht solle damit geschult werden.

Momentan hat Ammma 30 Kunden und betreut bei ihnen vornehmlich die Internet-Präsentationen. Zu den prominenten Kunden gehört die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz. Geplant ist die Verschmelzung der Bereich E-Learning und Wissensmanagement, die Kombination von Inter- und Intranet. 

"Wir entwickeln Internet-Auftritte, die hinter der Homepage ein Redaktionssystem bieten", erklärt Wittenbröker. Ein solches "Web-Content-Management-System" ermöglicht den Betreibern einer Homepage, Inhalte schnell zu aktualisieren. Andererseits bietet sich auch die Möglichkeit, das System zu unternehmensinternen Kommunikation einzusetzen.

Im ersten Jahr ihres Bestehens hat die Ammma AG 500 000 DM Umsatz gemacht. Für dieses Jahr peilt Vorstandsvorsitzender Wittenbröker an, die Millionen-Marke zu überschreiten. Von den 25 Mitarbeitern sind sechs festangestellt; die restlichen sind freiberuflich für das Unternehmen tätig. "Wir wollen jetzt zusehen, unseren freien Mitarbeiter eine feste Stelle zu geben", blickt Volker Wittenbröker in die Zukunft.

Informationen im Internet:

www.ammma.de

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