Unizet Nr. 342

Juli 2002

Mit vereinten Kräften: Patent - Offensive "PoWeR" gestartet

Mit drei weiteren Universitäten startete die Universität Dortmund Anfang Juli die Patentoffensive Westfalen Ruhr (POWeR). Die Hochschulen wollen mit dem Informations- und Qualifizierungsprogramm eine verwertungsorientierte Patentkultur forcieren.

Hintergrund des Zusammenschlusses ist die Änderung des Arbeitnehmer-Erfindungsgesetzes. Vermarkteten die Wissenschaftler ihre Erfindungen vorher selbst, so gehört dieses Privileg seit Anfang des Jahres den Hochschulen. Durch ihre Zusammenarbeit sparen die PoWeR-Hochschulen Kräfte, mit denen sie das Qualifizierungsangebot optimieren. "Der Vorteil der Kooperation ist, dass die Hochschulen ihren Wissenschaftlern und Erfindern ein eng auf das Fachgebiet zugeschnittenes Qualifizierungsangebot bieten möchten", sagt Michael Asche von der Transferstelle der Universität Dortmund. Das Hochschulkonsortium decke ein breites Themenspektrum ab und erlaube daher, dass sich die Hochschulen auf ihre Kompetenzfelder spezialisierten. "Umgekehrt", so der Projektleiter aus Dortmund, "haben die Partneruniversitäten auch nur gemeinsam die kritische Masse an Patentinteressierten und Erfindern für die vom Konsortium gebündelten Fächer". Für Wissenschaftler und Studierende soll eine klar erkennbare Anlaufstelle für die schutzrechtliche Erstberatung entstehen. Dazu wollen die Hochschulen den Kreis von Mitarbeitern erweitern, die schutz- und verwertungsorientierte Qualifikationen besitzen. Das Qualifizierungsprogramm richtet sich vor allem an Wissenschaftler und Studierende ingenieur- und naturwissenschaftlicher Fakultäten, aber auch an die Hochschulverwaltungen, Spin-offs, Start-ups, hochschulnahe Unternehmen und wissenschaftsnahe Patentverwertungen. Mit POWeR wollen die Hochschulen die Öffentlichkeit aufmerksam machen, sensibilisieren, qualifizieren und informieren.


Unterstützt werden sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dieses signalisierte den systematischen Aufbau des Hochschulpatentwesens 2001 mit dem Aktionsprogramm "Wissen schafft Märkte" und erließ zwei Förderrichtlinien. In NRW wurde als erste Reaktion die PROvendis GmbH (Kooperierende Patentverwertung) gegründet, die als zentrale Agentur nordrhein-westfälischen Hochschulen für ihre Verwertungszwecke zur Verfügung steht. Zweite Reaktion ist das regional zugeschnittene Informations- und Qualifizierungsprogramm PoWer der vier Hochschulen für die Jahre 2002 und 2003. In Seminaren zur "Basisqualifizierung" werden grundlegende Fragen des Urheberrechts und des gewerblichen Rechtschutzes behandelt, Erfolgsbeispiele präsentiert und Serviceangebote für Erfinder und Wissenschaftler vermittelt. Das Hochschulkonsortium wird ferner Workshopreihen zur "Intensivqualifizierung" anbieten. "Programm und Gestaltung der vier ganztägig geplanten Qualifizierungsmodule dienen aber auch dazu, Kontakte zu vermitteln und das entstandene Patent-Qualifizierten-Netz zu festigen", sagt der Koordinator der Kooperation Michael Asche.

 

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