24./25.05.2003

Altstadtkanzlei eröffnet

Neue Rechtsanwaltskanzlei

Hände weg vom Holzhammer

 

Neue Westfälische: Altstadtkanzlei eröffnet

Mitte (kmk). Sie kennen sich vom Jurastudium an der Universität Bielefeld, jetzt haben sie die Altstadtkanzlei eröffnet. Volker Hensdiek, Andrea Schöttler und Hans Joachim Faber (von links) beraten in fast allen rechtlichen Fachgebieten. Volker Hensdiek bietet eine Schreibberatung. Die drei teilen sich zwar die Räume in der Renteistraße 6-8, sind aber keine Sozietät.

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Westfalen-Blatt: Neue Rechtsanwaltskanzlei

Den Schritt in die Selbstständigkeit haben die drei Rechtsanwälte Andrea Schöttler, Hans Joachim Faber und Volker Hensdiek gewagt: In den Kanzleiräumen an der Renteistraße 6-8 sollen nach ihrem Willen „die Mandanten im Mittelpunkt stehen“. Das Credo sei, so Faber, die „Hemmungen vor dem Besuch beim Anwalt abzubauen“. Die drei Juristen decken das gesamte Spektrum des Rechtsalltages ab, wobei jeder seine Vorlieben hat. Für Andrea Schöttler, die auch diplomierte Soziologin ist, liegen die Präferenzen im Familien-, Betreuungs- und Arzthaftungsrecht. Hans Joachim Faber hat seinen Schwerpunkt im Verwaltungs-, Verkehrs- und Medienrecht. Volker Hensdiek hat seinen Interessenschwerpunkt im Strafrecht, im Marken/Urheberrecht sowie im Reiserecht.

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Westfalen-Blatt: Hände weg vom Holzhammer

Bielefeld (WB). Wer 90 Jahre alt ist, hat viel erlebt. Damit seine Familie von den Lebenserfahrungen profitiert, sollte er die wichtigsten Kapitel aufschreiben. Oder aufschreiben lassen – zum Beispiel von Volker Hensdiek. Der 32-Jährige verfasst auf Wunsch Biographien für Personen, Familien und Firmen. Aber das ist noch nicht alles: Er greift den Kunden bei der Korrespondenz mit Behörden, Versicherungen und Handwerkern unter die Arme und sorgt für den richtigen Ton bei Liebesbriefen oder Beileidsbekundungen.

Schreibberatung sei etwas anderes als ein Schreibbüro, betont Hensdiek: „Beim Schreibbüro liegt der Schwerpunkt darauf, Büroarbeit abzunehmen, während ich den Akzent auf die Hilfestellung beim Formulieren setze.“

Beispielsweise Beschwerdebrief: Wer die Verwaltung oder einen schludrigen Handwerker kritisieren wolle, sollte die Holzhammer-Methode vermeiden. „Böse Briefe lösen keine Probleme, sondern landen ganz unten im Stapel“, warnt Hensdiek. Nur wer die Meinungsverschiedenheit sachlich schildere und eine Lösung anbiete, komme weiter. Wer beleidigend werde, zerstöre nur die Grundlage für ein fruchtbares Gespräch.

Schalte das Gegenüber allerdings auf stur, obwohl eindeutig im Unrecht, müsse langfristig eine härtere Gangart eingeschlagen werden.

Das ist bei einem Liebesbrief natürlich ganz anders. Gefühle zu beschreiben, ist schwer. Hensdiek traut sich zu sie für andere auszudrücken. Bevor er loslegt, klärt er die Absicht seines Kunden und sammelt Fakten über die Adressatin des Briefes.

Gefühle zu beschreiben ist schwer. Hensdiek traut sich zu, sie für andere auszudrücken.

Ist die Frau überhaupt für Süßholz empfänglich, oder findet sie das kitschig? Wenn ja „ist weniger mehr“. Den Brief schreibt Hensdiek nicht selbst. Da muss der entflammte Jüngling schon selbst zum Füllfederhalter greifen.

Wenn die Freundin merkt, dass sich ihr Liebster mit fremden Federn schmückt, hat sie zwei Möglichkeiten: Sie kann sich veräppelt vorkommen oder die Initiative ihres Freundes loben. Wenn ein Mann seiner Frau einen Blumenstrauß schenkt, habe er den ja ach nicht selbst hergestellt, sagt er. Das Redenschreiben gehört zu den weiteren Dienstleistungen, die der junge Mann aus Bielefeld anbietet. Genauso wie bei Briefen an Behörden liege in der Kürze die Würze.

Hauptberuflich arbeitet Hensdiek als Jurist in einer Kanzlei. Wenn man das Fachchinesisch weglasse, bildeten Rechtswissenschaften keinen Gegensatz zu gutem Deutsch. Hensdiek: “Das Jurastudium verstärkt das zielorientierte und abwägende Denken und hilft, straff und strukturiert zu schreiben.“

Rechts- und Schreibberatung werde er säuberlich trennen, verspricht er. Die Hilfestellung bei Formulierungen solle nur das zweite berufliche Standbein sein. Den Nutzen von Musterbriefen schätzt Hensdiek zwiespältig ein. Es sei besser, individuell zu schreiben, weil Vorgestanzeltes „nicht gut ankommt“. Für Rechtschreibfehler gilt das mindestens genauso.

Und deshalb bietet Hensdiek seinen Kunden an, Texte auf korrekte Orthografie hin durchzusehen. Denn Schnitzer sind nicht nur ärgerlich, sondern untergraben die Wirkung der Wörter. Kontakt: 0521 557 32020

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