Neue Westfälische

08./09.11.2003

Netzwerke - die Organisationsform der Zukunft
net'swork: Eine neue Messe hatte Premiere im Ausstellungszentrum Bad Salzuflen

Bad Salzuflen (mika). Persönliche Kontakte als Gegenstand einer Messe? Die Ausstellung von Beziehungen, nicht von Möbeln, Autos oder anderen Industrieprodukten? Die Messe net'swork, die am Freitag in Bad Salzuflen eröffnet wurde, versucht genau das: Alles dreht sich um den Netzwerkgedanken, der als US-amerikanische Idee angesehen wird. 50 real existierende Netzwerke sind in Halle 19 im Ausstellungszentrum Bad Salzuflen vertreten. 

Die Botschaft der Veranstalter klingt dringlich. Positiv ausgedrückt: "Diese Organisationsform hat eine große Zukunft", sagt Peter H. Meyer, geschäftsführender Gesellschafter der Veranstalterfirma Survey. Anders ausgedrückt: "Wer da nicht mitmacht, den wird es halt zerreißen", so wieder Meyer.


Die Notwendigkeit "zum Netzwerken" betont auch Burckhard Kaddatz, Leiter Transfer der Universität Bielefeld, des zweiten Messeveranstalters. Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen könnten auf vielfältige Weise in Netzwerken zusammenarbeiten: Im Einkauf, beim Vertrieb, im EDV-Bereich oder auch bei Forschung und Entwicklung. Wichtig sei es unter anderem, die lahmende Innovationsdynamik in Deutschland zu beleben: "Da müssen sich auch die Hochschulen bewegen", so Kaddatz selbstkritisch.


Als Bodenbereiter des Themas – zumindest für die Region OWL – sieht sich die Initiative für Beschäftigung e.V., zugleich der dritte Messeveranstalter. Martina Helmcke, Geschäftsführerin der Initiative, nennt OWL Maschinenbau als größtes Netzwerk der Region. "Es freut mich, dass die Messe selbst das Produkt eines Netzwerkes ist", so Helmcke: Immerhin haben sich drei sehr unterschiedliche Veranstalter zusammengefunden, um ein gemeinsames Projekt zu realisieren.

Netzwerke sind keine beliebigen und losen Zufallsbekanntschaften: Deswegen ist das "Matching", die gezielte Suche nachgeeigneten Partnern so wichtig. Andererseits soll im Netzwerk auch keine so stark bindende Verpflichtung wie innerhalb eines Unternehmens entstehen. Schon gar nicht soll ein Netzwerk – wie ein Kartell – einen bestimmten Markt in die Zange nehmen und kontrollieren.


Dass mit dem Netzwerkgedanken eine neue Justierung der wirtschaftlichen Beziehungsgeflechte einhergehen mag, ist die eine Sache. Dass sich Netzwerke unter anderen Begriffen – etwa Kooperation – schon in allen Zeiten entwickelt haben, belegte die prominent besuchte Eröffnungsveranstaltung selbst: Altbekannte "Netzwerker" wie der frühere Oetker-Spitzenmanager Guido Sandler oder Einzelhandels-Verbandsmanager Hans-Friedrich Thoben, der Bielfelder Uni-Rektor Dieter Timmermann oder Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL-Marketing GmbH, und andere gaben sich hier die Hand und knüpften weiter am regionalen Netz.


Survey-Chef Peter H. Meyer möchte freilich irgendwann mit der bisher kostenlosen net'work auch Geld verdienen: "Wir sehen die Messe als Experiment – es geht auch um die Entwicklung eines Geschäftsfeldes", so Meyer. "Wir hoffen, dass es keine Ringeltaube bleibt, sondern jährlich oder alle zwei Jahre wiederholt werden kann. 

 

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