Die Glocke

22.04.2004

Patent-Offensive Westfalen-Ruhr


Studentische Kreativität fördern und ausschöpfen

Münster/Bielefeld (gl). Oft sind es Zufälle, die bahnbrechende Entwicklungen auf den Weg bringen. Künstliche Farbstoffe wurden durch eine Laborpanne entdeckt, ebenso der Klebstoff für die Haftzettel Post-it. Aber in beiden Fällen gab es findige Geister, die den Wert des Pannenprodukts erkannt und erfolgreich vermarktet haben.

„Kreative Geister zu fördern, die den Wert ihrer Ideen erkennen und den Mut haben, sie umzusetzen – das ist das Ziel von Ideen-Mining“, sagt Dr. Wilhelm Bauhus, Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Um den Erfindergeist vor allem junger Studenten auszuschöpfen, wurde gestern der Startschuss für dieses bis Januar 2006 befristete Projekt gegeben. Dabei sollen Studenten aller Fachrichtungen begleitet von Wissenschaftlern in 20 Unternehmen in Westfalen Problemlösungen für die Praxis – etwa bei Produktentwicklungen oder -optimierungen erarbeiten. „Wir wollen die Patentkultur, die jahrelang brach lag, fördern. Auf diese Weise bringen wir auch Innovationen voran“, so Bauhus.

Vom Ideen-Mining sollen alle Beteiligten gleichermaßen profitieren: Die Studenten gewinnen neben der Förderung ihrer Kreativität an Sozialkompetenz durch den Einblick ins Wirtschaftsleben. Die Unternehmen erhalten durch die betreuenden Professoren eine wissenschaftliche Bewertung der studentischen Arbeiten und können zudem frühzeitig junge Talente erkennen und rekrutieren. Und die Universitäten gewinnen durch die Förderung der Patentkultur an Renommee. Denn, so Bauhus: „Patente sind ein Leistungsindikator beim Universitäten-Ranking.“ Und auf diesem Gebiet besteht erheblicher Nachholbedarf: “Nur 0,75 % aller Patente kommen aus Hochschulen, das muss sich ändern“, sagt Bauhus.

Hinter dem Projekt Ideen-Mining steht der Zusammenschluss der Universitäten Bielefeld, Dortmund, Paderborn und Münster zur „Patent-Offensive-Westfalen-Ruhr“, kurz POWeR. „Das Netzwerk garantiert, dass das Projekt über lange Zeit getragen werden kann. Auch die Basis der Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten können, wird dadurch größer“, so Dr. Burckhard Kaddatz, Leiter der Transferstelle der Uni Bielefeld

Den finanziellen Anstoß gab die Stiftung Westfalen-Initiative mit einem Zuschuss von 90.000 Euro. Auf Dauer soll sich das Projekt selbst tragen.

Von Nicolette Ost

 

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