Münstersche Zeitung

22.04.2004

Tragfähige Patentkultur

Vier Universitäten, darunter Münster, arbeiten gemeinsam am Projekt "Ideen-Mining"

Münster. Es geht um Ideen, die in vermarktungsfähige Patente münden sollen. Es geht um eine enge Verknüpfung zwischen Unternehmen und Studierenden. Seit gestern arbeiten die Universitäten Münster, Dortmund, Bielefeld und Paderborn gemeinsam am Projekt „Ideen-Mining“.

Gefördert von der Stiftung Westfalen–Initiative organisieren die Transferstellen der Universitäten in den beteiligten Unternehmen Workshops, sog. „Think Tanks“ mit Studierenden und Mitarbeitern des Unternehmens. Produkterneuerung und Produktoptimierung stehen dabei im Mittelpunkt. Erklärtes Ziel dieses Projektes im Rahmen der Patentoffensive Westfalen-Ruhr (POWeR) ist die Erzeugung einer Patentkultur bei jungen Studierenden. Wilhelm Bauhus, Leiter der münsterschen Transferstelle, ließ an der derzeitigen Situation keinen Zweifel: “Das Thema Patente lag in der Forschung lange brach.“ Nur vier Prozent aller Patentanmeldungen stammen aus Hochschulen.


Münsters Universität hatte bis April 2002 gerade einmal 35 Erfindungsmeldungen zu verzeichnen. Diese Zahl ist seitdem auf weit über 100 pro Jahr angestiegen.


Die Initiatoren des Projektes , Dr. Wilhelm Bauhus, Anna Maija Kasanen und Dorothea Linnenbrink, wollen nach erfolgreichen Testläufen in den nächsten zwei Jahren ca. 20 „Think Tanks“ in und mit westfälischen Universitäten organisieren. Der erste dieser Workshops findet in der Universität selbst statt. Im Archäologischen Museum geht es um Ideen für die Präsentation für die „Korfsmeyer-Sammlung“.

Der Aufbau einer tragfähigen Patentkultur soll auf diese Weise gelingen. „Allerdings sind Patente nur wertvoll, wenn sie sich auch vermarkten lassen“, hebt Bauhus den interdisziplinären Ansatz des „Ideen-Minings“ hervor.

Außerdem solle der Blick der Studierenden auch auf kleinere und mittlere Unternehmen gelenkt werden, die ein großes Innovationspotential bieten.

Parallel zum Start des Projektes legte das POWeR-Konsortium gestern den Band I einer neuen Schriftenreihe vor, die im Waxmann-Verlag erscheint. Er beschreibt in realistischer Weise „Modernes Patentbewusstsein in Hochschulen“. MR

 

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