Lippische Landes-Zeitung

13.11.2004

Netzwerke schaffen Beschäftigung
43 Aussteller bei der Fachmesse "net’s work" in Bad Salzuflen

Bad Salzuflen (fr). “In Ostwestfalen-Lippe spricht man nicht unbedingt viel und nicht unbedingt mit anderen“, bemerkte August Oetker süffisant zur Eröffnung der bundesweit einmaligen Fachmesse für Unternehmens-Netzwerke in Bad Salzuflen. Und der erfahrene Unternehmer ergänzte lakonisch:„Manchmal ist es sogar eine Frage des Überlebens, doch miteinander zu sprechen.“

Untersuchungen hätten gezeigt, dass Unternehmensnetzwerke ihren Umsatz um bis zu 20% steigerten. „Unternehmen, die Netzwerke oder Kooperationen bilden, entwickeln Know-how, halten die Kosten im Griff, nutzen Synergieeffekte und schaffen Wettbewerbsvorteile“, bilanzierte Oetker, der sich als Vorsitzender der Initiative für Beschäftigung OWL auch als „Netzwerker“ sieht. 1000 Besucher erwarten die Veranstalter (Uni Bielefeld, Bertelsmann-Stiftung, Messeveranstalter Survey) zur zweiten „net’s work“, die bis Samstagmittag dauert. Für den Kongress im Messezentrum (Halle 19) mit gut 20 Referenten unter anderem aus den USA und der EU-Kommission liegen 100 Anmeldungen vor. 43 Unternehmensnetzwerke verschiedenster Branchen präsentieren sich. Dahinter stünden rund 500 Betriebe und 100.000 Arbeitsplätze, so Burckhard Kaddatz, Leiter der Transferstelle der Uni Bielefeld. Netzwerke schafften Beschäftigung. So erhöhte das Mechatronik-Unternehmen Sartorius aufgrund seines Netzwerkes in Göttingen die Mitarbeiterzahl im Elektronikbereich um 40 auf 80 Beschäftigte. Die AG beschränkt sich auf ihre Kernkompetenzen, derweil kleine Betriebe übrige Arbeiten übernehmen.

Oetker kündigte ein neues transnationales Netzwerk der Beschäftigungsinitiative an: 1.500 Mittelständler mit Potenzial für Osteuropa sollen bei der Markterschließung begleitet werden. Eigentlich sollte Bundeswirtschaftsminister die Messe eröffnen. Doch der sagte ab. Oetker richtete dennoch harsche Worte an dessen Adresse, kritisierte die Briefe aus dem Ministerium, die Lehrstellen einforderten. Drei Viertel der Briefe enthielten Beschimpfungen, in einem Viertel sei die Aufforderung gar mit einer kleinen Drohung verbunden gewesen. So bringe man kein gutes Produkt an den Markt.

 

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