Westfalen-Blatt

13./14.11. 2004

Netzwerke erschließen Firmen neue Potenziale
Dr. August Oetker eröffnet zweite Messe "net’s work"

Von Edgar Fels

Bad Salzuflen (WB). Für einen Moment lang legt Dr. August Oetker sein Redemanuskript zur Seite. Ein Gedanke schießt ihm durch den Kopf. „Manchmal ist es Sisyphusarbeit“, beklagt der Bielefelder Konzernlenker. „Hier spricht man nicht viel miteinander – und schon gar nicht mit dem Mitbewerber.“

Dabei sei es gerade für kleinere Betriebe überlebensnotwendig, Probleme auf dem regionalen Arbeitsmarkt gemeinsam zu lösen, sich mit anderen auszutauschen.
Die Idee, Kooperationen zu bilden oder - besser noch – Netzwerke zu knüpfen, ist nicht neu. In Deutschland gibt es eine Reihe regionaler Netzwerke, eines davon ist die „Initiative Beschäftigung in OWL“. Sie wurde 1999 auf Anregung der Bertelsmann-Stiftung gegründet. Vorsitzender ist Dr. August Oetker.

Bis März 2004 konnten mit Hilfe der Initiative 170 Arbeitsplätze gesichert, 225 zusätzliche Ausbildungsplätze sowie 185,5 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Derzeit plant die Initiative ein transnationales Netzwerk „Forum.Ost“. das 1500 kleine und mittlere Unternehmen bei der Markterschließung in Mittel- und Osteuropa begleiten will.

Ein weiteres wichtiges „Produkt“ der Initiative OWL ist die Messe „net’s work“, die August Oetker am Freitag in Bad Salzuflen eröffnete. Sie hat das Ziel. Mit Hilfe von Unternehmensnetzwerken Beschäftigung zu erhalten oder auszubauen. Oetker: „Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmensnetzwerke durch Kooperationen ihren Umsatz bis zu 20 Prozent gesteigert haben.“

Die „net’s work“ wird von der Bertelsmann Stiftung, der Universität Bielefeld und der Survey Marketing und Consulting (Bielefeld) unter dem Dach der Initiative für Beschäftigung zum zweiten Mal ausgerichtet. Bis einschließlich diesen Samstag bieten 43 Unternehmensnetzwerke, die insgesamt etwa 500 Unternehmen mit geschätzt 100 000 Arbeitsplätzen vertreten, Besuchern ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Kontakte an, um geeignete Kooperationspartner für Produktion, Forschung oder Vertrieb zu finden.

„Wir wollen kleinere und mittlere Unternehmen vom Nutzen der Kooperation überzeugen“, betont Martina Helmcke von der Bertelsmann Stiftung. „Net work oder not work“ – gemeinsam oder gar nicht arbeiten - , formuliert griffig Professor Michael Reiss, einer von 20 Referenten des gleichzeitig tagenden wissenschaftlichen Fachkongresses. „Strategische Allianzen oder Unternehmensnetzwerke zu bilden ist ein Megatrend“, ist Dr. Burckhard Kaddatz von der Universität Bielefeld überzeugt. “Wer die Methode beherrscht, ist in der Lage, Potenziale gemeinsam zu nutzen sowie Ressourcen an Personal und Kapital zu mobilisieren.“

Schon trägt die branchenübergreifende Messe – laut Veranstalter die einzige ihrer Art in Deutschland – erste Früchte. Im vergangenen Jahr etwa haben sich Vertreter von IT-Unternehmen gefunden, die nun unter dem Namen Network@Work gemeinsam den Markt erschließen.

 

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